Anfang Juli fand der weltgrößte Langdistanztriathlon im fränkischen Roth statt. Im Vorfeld sprach alles nur vom Weltrekordversuch des amtierenden Weltmeister Jan Frodeno. Er machte keine Hehl daraus, das er an diesem Tag alles auf eine Karte setzten wollte und den fünf Jahre alten Weltrekord von Andreas Raelert unterbieten wollte.

Viele sind schon an großen Ankündigungen zerbrochen, aber Frodeno ließ seine Worten Taten folgen. In allen drei Disziplinen war er eine Klasse für sich und pulverisierte den bestehenden Rekord . Am Ende brauchte er 07:35:39 für 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und den 42,195 m langen Marathon.

Aber auch im restlichen Feld wurden große Leistungen vollbracht. Unter den 3500 Einzelstarter waren wieder zwei Athleten des MTV Aurich. Für Günter Grünebast war es der vierte Start in Folge in Roth. Hartmut Tunder bestritt ebenfalls seinen vierten Langdistanztriathlon,davon zwei ebenfalls im Frankenland.

Die Sportler wurden in Wellen von 200 Athleten mit jeweils 5 Minuten Abstand auf die 3,8 km lange Schwimmstrecke geschickt. Um 06.30 fiel der erste Startschuss und ein Kanonenschlag weckte auch die letzten Zuschauer auf den zahlreichen Campingplätzen.

Um 07:40 stieg Tunder in den Main Donau Kanal. Grünebast 20 Minuten später. Vor einer beeindruckende Kulisse von zehntausenden Zuschauer erreichte Tunder nach 01:28:58 den Schwimmausstieg. Grünebast brauchte nur 55 Sekunden länger. In der Wechselzone wurde sich dem Neoprenanzug entledigt und in das Rad-Outfit gewechselt. Nun mussten zwei Radrunden mit insgesamt 180 Kilometer gefahren werden. Überall an der Strecke gab es Stimmungsnester.Hierfür ist die Challenge Roth bekannt. Die ganze Region lebt Triathlon. In jedem Dorf sitzen die Einwohner an den Straßen und feuern die Sportler an. Höhepunkt ist der Solarer Berg.

Zehntausenden Zuschauer bilden ein enges Spaliere und peitschen die Athleten den Berg hoch. Man konnte den Teilnehmer die Stimmung im Gesicht ansehen. Die meisten fuhren freudestrahlend den Berg hoch, aber auch so einige emotionale Tränen fielen auf den Asphalt. Nach 05:22:05 stellte Tunder sein Rad wieder in der Wechselzone ab. Er fuhr die 180 Kilometer mit einem beeindruckenden Schnitt von 33,5 km/h.Auch Grünebast trat hart in die Pedale und blieb knapp unter einem 30 km/h Schnitt.

In der zweiten Wechselzone wurden die Radschuhe gegen Laufschuhe getauscht. Nun folgte der Marathonlauf am Main Donau Kanal. Waren bislang optimale Verhältnisse , wurde es im Laufe des Tage immer wärmer und drückender. Die zu laufenden Wege waren größtenteils geschotterte. So das die Luft von Staub gefüllt war. Umstände unter denen ein normaler Marathonlauf schon den Charakter testet. Die vorausgegangene Belastung durch die 180 Radkilometer machte es nicht leichter.

Grünebast stürmte regelrecht auf die Laufstrecke und verschwendete keine Zeit. Tunder tat ihm gleich und machte sich auf den langen Weg ins Ziel.Nach zwanzig Kilometern konnte man beiden die Strapazen ansehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie aber noch 22 Kilometer vor sich. Beide bissen auf die Zähne, ignorierten den Schmerz und liefen Kilometer um Kilometer . Belohnt wurden sie nicht nur durch die obligatorische Medaille und dem T-Shirt das jeder Finisher erhält. Die größte Belohnung ist der phänomenale Zieleinlauf. Tausende Zuschauer, im extra errichten Stadion, jubeln bis spät in die Nacht jedem Triathleten zu. Für Tunder war der Tag nach 11:38:20 zu Ende. Grünebast benötigte für die insgesamt 226 Kilometer 12:39:07.

Das so ein Tag aber Spuren hinterlässt konnte Grünebast am nächsten Tag deutlich spüren. „ Ich fühle mich als ob mich ein Bus überfahren hat“ lauteten seine Worte am darauf folgenden Tag. Aber das hielt ihn nicht davon ab, sich im gleichen Atemzug für das Jahr 2017 anzumelden. „ Dann bin ich 5 mal in 5 Jahren in Roth gestartet“ so der 50 jährige „ Dann muss Schluss sein“ Es bleibt abzuwarten , ob er diesen Worten wirklich Taten folgen lassen wird.

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